Schulabschluss-Party 2010 (School's out Party)Die ehemalige Schlossparkfete in Braunschweig / Niedersachsen
Party 2010: Die neue Toleranz ?
Vermutlich von allem ein Bisschen, und dass mir dieses Jahr nicht schon am Vormittag besoffene Schüler entgegenpurzelten, kann man ja durchaus auch positiv vermerken. Auch das "Wildpinkeln" angetrunkener Mädels (letztes Jahr wusste man an manchen Stellen gar nicht, wo man hinschauen sollte) war dieses Jahr quasi inexistent:
Party 2009: Polizeigewalt zwischen feiernden Schülern!
- ca. 3000 Schüler (soviel wie auf manchem Schulhof, der von 3 - 4 Lehrkräften beaufsichtigt wird) - 60 Polizisten in schwarzen Kampfanzügen (trotz ca. 50° in der Sonne) - ca. 20 (unbewaffnete) Zusatzkräfte eines Sicherheitsdienstes - weitere 30 Beamte (zu Pferd und Fahrrad), die "Abwanderungsbewegungen" beobachteten - Kriminalstatistik: • 2 Körperverletzungen (durch Polizisten?) • 2 Widerstände (Widerspruch wurde in Grund und Boden gestampft, siehe Foto) • 5 Platzverweise (in die Disco kommt schließlich auch nicht jeder rein) • 50 Ermahnungen (gelbe Karte wegen mangelnder Ehrerbietung?) - Eine unbekannte Anzahl ziviler (selbsternannter) Jugendschützer - Wegen der Oker war auch noch der DLRG zugegen. 1 Mädel wurde aus den knietiefen Fluten gerettet. Party 2008: Zum vierten Mal im Kiryat Tivon Park!
Ich hatte ganz bewusst an dieser Stelle keine Daten im Voraus bekannt gemacht, zum ersten Mal übrigens. Ich wollte keine Werbung für eine Polizeistaat-Fete machen. Immerhin hat diese Seite die Google Topposition für alles, was mit Schulabschlussparties und Co zu tun hat. Aber natürlich habe ich es mir, in wehmütiger Erinnerung an alte Zeiten, nicht nehmen lassen, vorbeizuschauen. Und sei es auch nur zum Lästern ;-) Aber da habe ich jetzt den wichtigsten ersten Eindruck übersprungen, weshalb ich den hiermit nachhole: Wenn man sich dem Terrain näherte, waren unzählige Polizei-Mannschaftswagen das erste, was man sah. Die paar Schüler, die noch vorbei schauten (jedes Jahr werden es weniger) waren eingekreist von fast der gleichen Menge Polizisten. Ein Aufgebot, das auf den ersten Blick eine NPD-Demonstration oder Atommülltransporte vermuten ließ. Es ist unglaublich. Wer zahlt diesen grotesk lächerlichen Großeinsatz eigentlich? Und woher kommt diese panische Angst vor ein paar Jugendlichen, die einfach nur ein bisschen feiern wollen? Nach dem totalen Alkoholverbot vom letzten Jahr, das nicht nur rechtlich ausgesprochen fragwürdig, sondern auch ein hirnverbrannt dummer Schildbürgerstreich war (denn was nutzt es, wenn die Schüler sich dann der Aufsicht entziehen und woanders saufen), hatte man dieses Jahr dazu gelernt. Die Polizei hielt sich bewusst abseits, wahrte Distanz zu den Feiernden, und Alkohol wurde offenbar vollständig toleriert. Dennoch eine Entscheidung, die zu spät kam, denn im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Besucher offenkundig noch deutlich weiter reduziert. Waren letztes Jahr noch viele weggeschickt worden, oder freiwillig vor dem kleinen Polizeistaat geflüchtet, so waren sie dieses Jahr gar nicht erst gekommen. Mehr kann und will ich dazu auch nicht sagen. Aufgefallen war mir noch, dass die Lautstärke im Vergleich zum Vorjahr reduziert war, aber Lautstärke ist ein zweischneidiges Schwert, deshalb will ich DARÜBER ausnahmsweise mal nicht lästern. Vorbei nicht nur die Zeiten der glorreichen alten Schlossparkfete. Vorbei wohl auch meine glorreichen Zeiten. Also im Halbdunkel der Discotheken werde ich ja durchaus noch wahrgenommen, auch wenn vermutlich eher meine Begleiterinnen der originäre Blickfang sind, aber hier, im gnadenlosen Tageslicht, unter all diesen extrem jungen Leuten - früher war das Publikum gemischter und man traf auch noch mal einen alten Bekannten - hier also hatte ich tatsächlich keinen einzigen Blickkontakt. Nicht einen. Nicht mal kurz. So als wäre ich unsichtbar, ein materiell gar nicht anwesender Zeitreisender :-( Okay, nein, stimmt nicht. Da war zuerst mal der Blick dieses glatzköpfigen, mittelalten Rettungssanitäters, der mich angeschaut hatte, als wäre ich ein frisch dem Grab entstiegener Vampir oder so, und noch immer überlege ich, woran es gelegen haben könnte. Mein Gothic-Light-Outfit? Kann nicht sein, fällt hier gar nicht auf. Mein Alter? Okay, ich bin nicht mehr der jüngste, aber "Die Mumie" bin ich auch noch nicht. Vielleicht meinte er aber auch nur, dass man in meinem Alter gefälligst Glatze und Bierbauch hat und zu Hause bei "Muttern" bleibt. Ach so, und noch einer hatte mich angeschaut: So ein kleiner, vielleicht 18-jähriger Latinotyp, hübsch, aber eigentlich zu klein und zierlich für einen Mann, und mit einem Outfit, das an einen der streunenden Hinterhof-Kater aus den Aristocats erinnerte. Der hatte mich also fixiert, mit einem Blick, den ich irgendwie als "Uih, ist der aber groß, ist der für MICH?" deuten würde. Schnell weg, dachte ich mir, und nun sitze ich hier ganz allein zu Hause am Computer und versinke in wehmütig nostalgischen Gedanken ... Party 2007: Zum dritten Mal im Kiryat Tivon Park!
Wer die alte Schlossparkfete nicht mehr erlebt hat, wer vielleicht überhaupt noch nie auf einer (richtigen!) School's-out-Party war, der konnte mit dieser durchaus gelungenen Veranstaltung sicherlich zufrieden sein. Ein schaler Nachgeschmack bleibt trotzdem: Die konservativen Stadtbonzen, in Tateinheit mit all den selbsternannten Jugendschützern, haben eine einstige Schülerveranstaltung in ihre Fänge bekommen und komplett umgekrempelt. Fast fühlt man sich erinnert an Filme wie "Die Frauen von Stepford" etc. und möchte nach den Chips im Kopf all dieser (viel zu) braven jungen Leute suchen. Das (polizeilich streng überwachte) totale Alkoholverbot ist dabei nicht nur deutlichstes Symptom, sondern gleichzeitig auch Anlass zur Hoffnung. Es kamen nämlich nicht mal 2000 Schüler, und viele gingen auch bald wieder, spätestens nachdem ihnen von "Ordnungskräften" ihre Getränke abgenommen worden waren. Eine Dezentralisierung der Schulabschluss-Parties ist bereits jetzt festzustellen, eine weitere Hochburg gab es zB. am - zur Zeit noch unbewachten - Heidbergsee (Südstadt). Vielleicht kristallisiert sich im Laufe der Zeit ein neuer Standort heraus. Für eine echte School's Out Party. Party 2006: Der Schlosspark ist tot, es lebe die Schlossparkfete!
Party 2005: den Schloßpark gibts nicht mehr :-(
Alles in allem ein voller Erfolg für eine Handvoll korrupter Volksvertreter und überregionaler Investment-Haie.
Nachruf auf den Schlosspark. Hunderte, zum Teil unter Naturschutz stehende Bäume, wurden gefällt, die großzügigen Brunnenanlagen und weiträumigen Wiesen platt gemacht. Alles, damit hier ein riesiges, überregionales Einkaufszentrum entstehen kann, das die Braunschweiger Innenstadt veröden und die ansässigen Händler in den Ruin treiben wird. Ein Einkaufszentrum, daß zudem niemand (außer den externen Spekulanten) braucht. Meinungsumfragen, Umweltschutzauflagen, Klagen und Dienstaufsichtsbeschwerden, alles wurde mit einer solchen Leichtigkeit abgewiegelt und unter den Tisch gekehrt, dass grundsätzliche Zweifel aufkommen, ob wir noch in einer Demokratie leben: Der Fluss des Geldes!
Infos zum - gegen alle Bedenken und Bürgerwünsche durchgepeitschten - ECE-Center findet Ihr auf Schlosspark-Braunschweig.de Nachtrag: Unter der Internet-Adresse BS4U.net können alternative Vorschläge für den Standort zukünftiger School's out Partys gemacht werden.
Schloßparkfete 2004: allerletztes Aufbäumen :-(
[ Hier findet Ihr eine umfangreiche Bildergalerie. ]
Einmal mehr gab es ein Polizeiaufgebot wie bei einer Großstadt-Demo. Es wurde gefilzt und kontrolliert, und unwillkürlich bekommt man den Eindruck einer Amerikanisierung der Verhältnisse. Wer einmal gesehen hat, wie amerikanische Polizisten, die ganz allgemein mehr an Nahkämpfer als an Ordnungshüter erinnern, mit Schlagstöcken und Handschellen auf harmlos feiernde Studenten losgehen, und jeden für bis zu 48 Stunden hinter Gittern verschwinden lassen, der öffentlich Bier trinkt (oder auch nur trägt/transportiert) oder noch nicht 21 ist, der weiß wovon ich rede. Und einen Kommentar zum geplanten Bau eines überregionalen Verkaufstempels, für den nicht nur der Schlosspark geopfert wird, sondern der mittelfristig die gesamte Braunschweiger City veröden wird, verkneife ich mir. Nur soviel: Der Strom des Geldes bestimmt heute die Politik! [pete]
Schloßparkfete 2003: Die finale Staffel ;-)
Oh ja, es war die letzte braunschweiger Schulabschlußparty im Schloßpark. Das Ende einer fast 30-jährigen Geschichte, an der ich selber seit nunmehr fast 15 Jahren teilhaben durfte. Es war ein sehr braver Abschluß, aber dazu später mehr.
Abschluss deshalb, weil der Schloßpark Platz machen wird für ein neues Hightech-Einkaufszentrum. Ja, da haben wir doch schon immer von geträumt: Statt sich in den Pausen in einem langweiligen, grünen Park zu langweilen, können Schüler und müßige Beamte zukünftig beim Shoppen entspannen. Wenn das nicht erzieherisch wertvoll ist, und längst überfällig war, um die Konjunktur wieder in Gang zu bringen, dann weiß ich auch nicht weiter
) und eine unbekannte Dunkelziffer aus Zivilfahndern. Man muß sich das mal reinziehen, das Ganze für eine Fläche von kaum mehr als 70 x 70 Meter!!!Dennoch, gerade die, die zum ersten (und letzten) Mal dabei waren, waren durchaus fröhlich, sie kannten es ja nicht anders. Der Springbreak-Charakter vergangener Jahre war naturgemäß völlig verloren gegangen, und auch das Wetter war (zum Bedauern sehfreudiger Jungs und zeigfreudiger Mädels) eher verhalten. Aber der Fröhlichkeit und Feier des eigentlichen Anlasses (Ferien und ge- oder misslungene Versetzung/Abi) konnte das alles keinen Abruch tun. [pete]
Braunschweiger Schlossparkfete vom 18. Juni 2002
Bis vor einigen Jahren konnte man sagen, dass die Braunschweiger
"Schlossparkfete" ihresgleichen unter den Schulabschlussparties sucht. Leider
aber haben zwei Trends der letzten Jahre sie mittlerweile zur Farce werden
lassen.
Trend 1: Ein zunehmendes Polizei-Aufgebot, das dem Besuch des
amerikanischen Präsidenten gerecht werden würde. Das ist einfach lächerlich.
Taschen wurden kontrolliert, alkoholische Getränke beschlagnahmt,
Polizeistaat läßt grüßen. Neben jedem Grüppchen von Schülern postierte sich ein
Polizist, glotzte den Mädels in den Ausschnitt, oder gab durch seine Präsenz
schlicht: "Big Brother is watching you!"
zu verstehen. Wer sollte unter solchen Bedingungen noch
unbefangen feiern oder Spaß haben. Eine ähnliche Polizeipräsenz bei einem
Volksfest wäre unvorstellbar. Aber mit den blöden Kids kann man das ja machen.
Trotz völligen Fehlens irgendwelcher Zwischenfälle gab es zahlreiche
Platzverweise, und schließlich wurde die Versammlung, zu einem durch die
Obrigkeit bestimmten Zeitpunkt, aufgelöst, angeblich damit die Reinigungskräfte
arbeiten können.
Der 2. Trend, dass nämlich die Schüler, vor allem die
Mädels, jedes Jahr jünger werden, ist ebenfalls dem ursprünglichen Sinn dieses
Festes abträglich. Es gab immer ein paar Frühreife dazwischen, und niemand
störte sich an ihnen, aber in dem Maße, in dem das Hauptgewicht der Besucher
sich auf unter 16 verlagerte, ergriffen die ursprünglichen Abiturienten und
"Ehemaligen" die Flucht. Entsprechend braver ging es auch die letzten Jahre zu.
Der zeitweilige Springbreak-Charakter, mit fast nackten Mädels,
nassen T-Shirts, mehr oder weniger unbekümmerten Liebespaaren und -Trios auf
Wiese und im Gebüsch, und zugebener Maßen auch einigen vollständig besoffenen,
ging praktisch völlig verloren. Als diesjährige Höhepunkte "menschlicher Verwerflichkeit" muß man denn wohl zwei ca. 14 Jahre alte Mädels, die miteinander Zungenküsse übten
ansehen, sowie eine junge Dame, die kurzzeitig oben ohne zu sehen war. Pffhhh. Nicht mal richtig Besoffene gabs. Wie denn auch, wenn die sofort von der Polizei Platzverweis bekamen. Naja, alles was ich sagen will, ist dass es früher irgendwie fröhlicher und ausgelassener zuging.Alles in allem scheint es an der Zeit, die Polizei und die Kiddies auszutricksen, und sich einen neuen Platz zum Feiern zu suchen.
[pete]
Die Geschichte der braunschweiger
Schlosspark-Fete
Eine eindeutige Geburtstunde ist nicht auszumachen.
Der braunschweiger Schloßpark, direkt beim Bohlweg, liegt sehr zentral, und die
Schüler mehrerer Schulen kommen und kamen dort vorbei, auf dem Weg zum Bus, zur
City, oder einfach in den Pausen. Die zentrale Lage, die nahegelegenen
Geschäfte, McDonalds und Pizzerien, eine großzügige Wiese mit Teich und
Springbrunnen, waren dann ideale Voraussetzung (heute würde man sagen
"Location") um eines der größten, überregional bekannten Events entstehen zu
lassen, dass eigentlich gar kein Event ist, keine Veranstaltung, einfach nur ein
loses, unorganisiertes Treffen der Schüler nach dem letzten Schultag vor den
Sommerferien. Traditionell ein Mittwoch.
Wie gesagt, eine Geburtsstunde läßt sich nicht
festlegen, aber mehr als 20 Jahre sind es sicherlich. Ich selber bin seit fast
15 Jahren dabei, und konnte die wechselvolle Geschichte dieses "Events"
mitverfolgen. Waren es ursprünglich nur Abiturienten, die dort ihr bestandenes
(oder vermasseltes) Abitur feierten, so stießen nach und nach auch die jüngeren
dazu, und inzwischen dominieren sie bereits das Feld.
Vorübergehend gab es Probleme mit Drogenhändlern,
die sich dort ganz offen an die Kiddies heranmachten. Vermutlich tragen sie
Mitschuld am jährlich größer werdenden Polizei-Aufgebot. Obwohl nach einigen
Razzien längst nicht mehr vertreten, hat man nun aber einen bequemen Vorwand,
die ganze Veranstaltung, die der Obrigkeit sicher von jeher ein Dorn im Auge
war, mit massivem Polizei-Einsatz zu reglementieren. Tatsächlich notwendig sind
sie nicht. Eigentlich sogar eher lächerlich. Es gab nie Gewalt oder Vandalismus
in der langen Geschichte der Schlossparkfete. Die Drogenhändler verkaufen ihr
Zeug inzwischen längst direkt in und vor den Schulen (wo eine weit geringere
Polizei- und Aufsichts-Präsenz ist), und gesoffen wird auch nicht mehr und nicht
weniger, als bei anderen Veranstaltungen, wie Volksfesten etc. Aber
wahrscheinlich freut sich die Polizei inzwischen schon auf diesen Einsatz und
läßt es sich nicht nehmen, auch wenn es albern ist.
Wenn ich über die Jahre zurückblicke, fällt mir
persönlich ein erheblicher Wandel der Generationen auf. Auf der einen Seite sind
die Jugendlichen heute früher dabei, zum Teil schon mit 13, 14. Auf der anderen
Seite aber sind sie viel braver, als wir damals. Man wird kaum mal ein Mädel
ohne Bikinioberteil sehen, es gibt kein Petting und keine Paare in den Büschen,
manchmal hat man sogar fast den Eindruck, als sitzen die Jugendlichen nach
Geschlechtern getrennt. Es würde wohl zu weit führen, hier zu erörtern, ob das
die Nachwirkungen von AIDS und 15 Jahren Kohl-Regierung sind. Aber irgend was
muß passiert sein. Naja, ich will jetzt aber auch nicht den Eindruck des
Veteranen erwecken, der alle Leute mit seinen "was waren wir doch damals noch für tolle
Typen" Vorträgen nervt. Es war lockerer und unkomplizierter, das in jedem
Falle.
![]() made by pete |